Großer Aufholbedarf bei digitaler Kompetenz

In vielen europäischen Ländern steht digitale Kompetenz bereits auf dem Lehrplan.

Programmieren und informatische Bildung gehören auch dazu. In Österreich wird noch an einem Konzept gearbeitet Wien – Die Digitalisierung verändert den Unterricht.

Tablets und Laptops lösen das Schulbuch immer weiter ab. Am Arbeitsplatz sind sie schon lange nicht mehr wegzudenken.

Erste Erfahrungen im Programmieren sollen spielerisch schon im Kindergarten gesammelt werden. In der Volksschule soll es dann eine „digitale Grundbildung“ geben.  Verschiedene Projekte an einzelnen Schulen gibt es bereits, was fehlt, ist eine dementsprechende Überarbeitung des Lehrplans. Viele europäische Länder haben schon Strategien entwickelt und setzen diese bereits um.

Österreich hat hier noch Nachholbedarf.

Der Begriff der digitalen Kompetenz lässt viel Interpretationsspielraum, die Ausprägung der einzelnen Teilbereiche ist daher länderweise unterschiedlich, Programmieren ist aber bei allen ein Thema. Seit September 2014 ist in Großbritannien Programmieren (Coding) als eigener Gegenstand in der Grund- und Mittelschule verpflichtend. Neben der Kenntnis von Programmiersprachen wird auch ein Verständnis von Datenstruktur und Datensicherheit vermittelt. Anwendungskenntnisse hingegen haben weniger Bedeutung. Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler an die digitalen Arbeits- und Lebenswelten heranzuführen. In der Schweiz wurde ebenfalls im Oktober 2014 ein neuer Lehrplan für die deutschsprachigen Kantone verabschiedet, in dem die Teilbereiche Anwendungskenntnisse, Medien und Informatik berücksichtigt wurden. Medien und Informatik werden in einem eigenen Fach unterrichtet. Ab der zweiten Schulstufe Auch in der Slowakei wird schon früh mit der Vermittlung digitaler Kompetenzen begonnen. Ab der zweiten Schulstufe gibt es das Unterrichtsfach Informatics. In einem Umfang von drei Wochenstunden wird dabei neben Informatik auch Medienkompetenz unterrichtet. Finnland geht einen anderen Weg. Zwar wurde mit dem Inkrafttreten des neuen Lehrplans im Herbst 2016 Coding als verpflichtender Lehrinhalt eingeführt. Und bereits mit Schuleintritt wird damit begonnen, diesen Inhalt zu vermitteln. Programming und Computational Thinking werden dafür als Kompetenzbereiche genannt, dafür werden aber keine eigenen Kurse oder ein eigenes Unterrichtsfach angeführt, die Inhalte sind integraler Bestandteil des Unterrichts und liegen in der Verantwortung des Lehrenden. Finnland ist damit eines von acht Ländern, in denen bereits ab dem Schuleintritt damit begonnen wird, digitale Kompetenzen zu schärfen.

Bericht im Standard, Jänner 2017:  derstandard.at/2000050839826/Grosser-Aufholbedarf-bei-digitaler-Kompetenz

By | 2017-05-07T17:48:19+00:00 April 23rd, 2017|Deutsch, STEM|0 Comments

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