Welche Ausbildung in Zukunft gute Jobchancen bringt?

Automatisierung und Digitalisierung durchdringen fast alle Bereiche. Neues Können ist gefragt Digitale Kompetenzen – sie sind das Schlagwort der Gegenwart und der Zukunft. Es sind jene gefragten Qualifikationen, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mitbringen müssen, sind sich Experten einig. „Digitalisierung und Automatisierung sind Megatrends, und zwar auf allen Ebenen und Qualifikationsniveaus“, sagt Wolfgang Bliem, Experte für Arbeitsmarkt- und Qualifikationsforschung am Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft. Um mit den neuen Herausforderungen fertigzuwerden, brauche es andere Fähigkeiten und Fertigkeiten. Aber welche? Gefragt sind zunächst neue soziale und persönliche Fähigkeiten. Denn im digitalen und globalen Zeitalter ändert sich die Art des Zusammenarbeitens grundlegend. „Wir kommunizieren häufiger über weitere Distanzen miteinander“, sagt Bliem. „Der eine Mitarbeiter sitzt womöglich im Büro, der andere zu Hause, die dritte in China.“ Kollegen müssten lernen, sich per Internet zu verständigen, sagt der Experte – und meint damit vor allem „die Fähigkeit, kurz und präzise zu kommunizieren“. Zunehmend wichtig werde in Zeiten von Digitalisierung und Globalisierung auch Flexibilität, in puncto Arbeitszeit und Arbeitsort, „aber auch geistige Flexibilität“. Außerdem sei ein gutes Selbstmanagement essenziell. Wenn Arbeit überallhin mitgenommen werden kann, müsse man auch lernen, sich abzugrenzen. „Wichtig ist zu bestimmen: bis hierher und nicht weiter“, sagt Bliem.

Alle brauchen IT-Skills Aber nicht nur für die Kommunikation und das Organisieren der Arbeit wird Technik wichtiger – sie durchdringt zunehmend auch die Tätigkeiten selbst. Welche Fertigkeiten sich Unternehmen von Arbeitnehmern wünschen, ermittelt das Arbeitsmarktservice AMS im sogenannten „New Skills“-Projekt, gemeinsam mit Personalisten und Personalentwicklern. In nahezu allen Berufsfeldern müssten Menschen immer stärker mit Maschinen zusammenarbeiten, sagt AMS-Chef Johannes Kopf. Hochqualifizierte seien ebenso wie Niedrigqualifizierte betroffen. „Selbst einfachste Produktionsarbeiter müssen mittlerweile Kommunikationstools verwenden, um sich über Arbeitsanweisungen oder Richtlinien zu informieren oder um Urlaub anzusuchen. Auch Reinigungskräfte führen mittlerweile elektronische Aufzeichnung darüber, in welchem Zimmer sie gerade sind.“ Besonders im Wandel begriffen sei der Sektor Industrie, die Kommunikations- und Informationsbranche sowie der Verkehr- und Logistikbereich. Menschen für die Arbeitswelt der Zukunft fit zu machen, sei Aufgabe der Schulen und Hochschulen – maßgeblich aber auch jene der Betriebe, sagt Bildungsforscher Bliem – sie müssten Erstausbildungen und Weiterbildungen anbieten und fördern. „Wenn man die Demografie betrachtet, erkennt man, dass – auch, wenn wir immer noch steigende Arbeitslosenraten haben – es über kurz oder lang in vielen Bereichen zu erheblichen Arbeitskräftemängeln kommt. Unternehmen müssen die Notwendigkeit akzeptieren und investieren“, mahnt Bliem – und fügt hinzu: „Bei vielen Unternehmen herrscht Unklarheit, was genau Gegenstand der Weiterbildung sein soll.“ So offerieren viele eher Schulungen zu Hard Skills als zu Soft Skills. Nicht zuletzt deshalb, weil „oft auch die Fantasie fehlt, wie man Letztere denn vermitteln soll“, sagt der Experte. „Da bietet man dann lieber wieder einen Computerkurs an, weil es leichter greifbar ist und man die Resultate besser überprüfen kann.“ Zweifelsohne, so Bliem, seien aber auch Hard Skills, Fachkenntnisse für die Arbeitswelt der Zukunft, wesentlich. „Zum Beispiel Automatisierungstechnik, Robotertechnologien und Material-Know-how.“ Für besonders nützlich hält der Forscher Weiterbildungen direkt am Arbeitsplatz. „Weil man sehen kann, was passiert, und das Gelernte direkt einsetzen kann.“ –

Von: derstandard.at/2000045435036/Welche-Ausbildungen-in-Zukunft-gute-Jobchancen-bringen

2017-05-07T17:50:03+00:00

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